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Interview mit KSC-Spieler Marco Engelhardt

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Dreimal im Nationaltrikot aktiv und beim Karlsruher SC eine feste Größe – mit Marco Engelhardt greifen die Badener in der kommenden Saison wieder an. Im Interview spricht der 29jährige aus Bad Langensalza über seine Karriere und seine weiteren Ziele.

Marco, am 12. September 2004 hast du in der Bundesliga dein Debüt für Kaiserslautern gefeiert. Wie hast du dich gefühlt? Warst du nervös?
Ja, sicher war ich nervös. Ich war die ersten drei Spiele gesperrt und wir haben alle drei verloren. Der Start war also katastrophal und wir mussten unbedingt punkten. Das haben wir auch geschafft und das Spiel mit 3:2 in Rostock gewonnen. Natürlich war ich da sehr glücklich.

Immer voller Einsatz im Trikot des KSC: Marco Engelhardt.

Immer voller Einsatz im Trikot des KSC: Marco Engelhardt.

Du hast mittlerweile schon mehr als 100 Spiele in der Bundesliga und fast so viele in der 2. Liga absolviert. Bist du auch heute noch nervös, wenn es auf den Platz geht?
Anspannung ist vor jedem Spiel da, gepaart mit Konzentration auf den Gegner und das eigene Spiel. Nervosität würde ich das aber nicht nennen.

Kannst du dich an ein besonders wichtiges Tor oder Spiel erinnern?
Ja, ich denke, dass kann jeder Fußballer. Und da ich sehr unregelmäßig treffe, werde ich das Tor zur 2:1 Führung im Pokalfinale 2007 nie vergessen. Wir haben in der Verlängerung dann 3:2 gegen den Meister VfB Stuttgart gewonnen.

Wie schaltest du nach dem Training ab? Hast du Hobbies, die dich ablenken und durch die du wieder Kraft schöpfen kannst?
Für mich ist die Zeit neben dem Fußball sehr wichtig. Ich versuche dann den Kopf frei zu bekommen und neue Kraft zu tanken. Ich bin dann gerne mit Freunden zusammen, spiele Karten oder gelegentlich auch mal eine Runde Golf. Das alles wirkt sehr entspannend auf mich.

Zockst du denn auch mal an der Konsole oder reicht dir die tägliche Arbeit auf dem echten Rasen?
Gerade, wenn wir im Trainingslager sind gehört die Konsole einfach dazu. Da finden harte Derbys unter den Kollegen statt. Wir spielen aber neben Fußball auch andere Sportarten wie Tennis oder Autorennen. Ansonsten spiele ich auch sehr gerne den FUSSBALL MANAGER 10.

Was ist es für ein Gefühl, wenn du dich selbst im Spiel wieder findest?
Witzig ist das schon. Vor allem, wenn man sich dann sieht und feststellt, welche Ähnlichkeit die Figur im Spiel hat.

Auch im FUSSBALL MANAGER eine Option: Engelhardts Datensatz samt virtuellem Alter Ego.

Auch im FUSSBALL MANAGER eine Option: Marcos Datensatz samt virtuellem Alter Ego.

Wenn du am virtuellen Marco Engelhardt etwas verändern könntest, was wäre das?
Er sollte weiter vorne spielen und mehr Tore schießen.

Drei A-Länderspiele stehen auf deinem Konto. Wie hätten es mehr werden können?
Zum einen hätte ich mich nicht verletzten dürfen (Kreuzbandriss vor der WM 2006) und zum zweiten hätte ich bei einem besseren Verein spielen sollen, der etwas weiter oben in der Tabelle oder sogar international aktiv war. Die Konkurrenz im Mittelfeld war sehr stark, meine Chancen dadurch eher gering. Aber das ist Vergangenheit und für mich heute kein Thema mehr. Es war toll dabei zu sein und die Erfahrung im DFB-Trikot machen zu dürfen.

Mit dem KSC seid ihr in der nun beendeten Saison im gesicherten Mittelfeld gelandet. Was rechnest du dir für die kommende Saison aus?
Wir sollten auf jeden Fall positiv nach vorne schauen, denn wir haben eine gute und erfahrene Mannschaft mit talentierten Spielern. Unser Anspruch sollte sein, um einiges besser zu sein als in der letzten Saison mit Platz 10. Wir müssen an unsere Stärken glauben und noch ehrgeiziger sein, dann bin ich mir sicher, dass wir eine gute Runde spielen können.

Welche fußballerischen Ziele hast du persönlich für die Zukunft?
Das Wichtigste ist natürlich gesund zu bleiben. Sportlich wäre es natürlich toll, mit dem KSC wieder in der 1.Liga zu spielen.

Das Debüt in der 1. Liga: Engelhardt für die roten Teufel gegen Rostock.

Das Debüt in der 1. Liga: Engelhardt (l.) für die roten Teufel gegen Rostock, hier Gegenspieler Tzikuzu.

Bei FIFA 11 können die Spieler mit dem Gamepad viele Kunststücke durchführen. Gibt es einen Trick, den du extra lange einstudiert hast und hast du dafür vielleicht auch mal nach dem Training eine Sonderschicht eingelegt?
Nein, für die trickreichen Dinge sind andere zuständig. Ich bevorzuge den schnörkellosen Fußball über die Außen.

Gibt es für dich Vorbilder im Fußball?
Keinen Spieler im Speziellen, aber es gibt schon sehr viele Spieler, denen ich gerne zusehe oder zugesehen habe, wie etwa Zidane, Scholl, Maradona, Veron, Messi oder Cristiano Ronaldo.

Wer ist der beste Spieler der Welt und was kannst du dir noch von ihm abschauen?
Im Moment ist ganz klar Lionel Messi der beste Spieler der Welt. Wie er mit dem Ball umgeht, ist absoluter Wahnsinn.  Auch Schweinsteiger auf Grund der Positionsbezogenheit finde ich aktuell sehr, sehr stark. Wie er das Spiel der Bayern und des DFB-Teams lenkt und kontrolliert, ist echt gut anzuschauen.

Viele junge Fußballer wollen einmal richtige Stars werden. Kannst du ihnen einen Tipp geben, wie man dieses Ziel erreichen kann?
Das ist schwierig. Im Fußball ist es oft auch wichtig, ein wenig Glück zu haben. Ich denke, das Wichtigste ist, dass man Spaß daran hat zu kicken und den nötigen Ehrgeiz, sich im täglichen Training zu verbessern.

Wenn du nicht Fußballer geworden wärest, wärest du…?
Wahrscheinlich hätte ich eine Beamtenlaufbahn oder eine kaufmännische Ausbildung begonnen.


07. Juli 2010 , 15:48 Uhr

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