
Nach dem Sensationserfolg gegen den HSV freut sich ganz Osnabrück seit Wochen auf den nächsten DFB-Pokal Auftritt des VfL gegen Borussia Dortmund. Heute Abend ist es endlich soweit, um 20.30 Uhr treffen die Lila-Weißen auf den Favoriten aus dem Ruhrgebiet. Alle Infos zum niedersächsischen Außenseiter findet ihr hier.
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Beim VfL Osnabrück sind die Festtage in den letzten Jahren rar gesät. Die notorisch leeren Kassen der Niedersachsen ließen den Verein in den vergangenen Jahren des Öfteren um seine Existenz bangen. Nachdem der Verein in der letzten Saison mit zwei blamablen Auftritten in den Relegationsspielen gegen Paderborn in die 3. Liga abstieg, verließen insgesamt 21 Spieler und Trainer Klaus-Dieter „Pelé“ Wollitz den Verein. Der VfL Osnabrück stand vor einem Neuanfang – wie so oft. Als dann der neue Trainer Carsten Baumann zum Trainingsauftakt gerade mal zwölf Spieler begrüßen konnte, lagen die Nerven der VfL Anhänger blank. Zu groß war die Angst vor dem Untergang des Traditionsvereins, der mit der ehemaligen „Bremer Brücke“ noch eines der letzten, echten Fußballstadien in Deutschland seine Heimat nennt.
Heute, dreizehn Drittligaspiele und zwei Pokalrunden später sieht die Welt in Osnabrück schon etwas rosiger aus. Der VfL liegt in der Spitzengruppe der 3. Liga und hat sich mit dem sensationellen Pokalerfolg gegen den Hamburger SV (4:2 nach Elfmeterschießen) auch bundesweit wieder im Gedächtnis von Fußballdeutschland platziert. Vor der heutigen Partie gegen Borussia Dortmund könnte ein Blick in die Historie des VfL für Mut sorgen, denn die Bilanz des VfL gegen die scheinbar übermächtigen Dortmunder ist überraschend positiv. In insgesamt fünf Begegnungen siegten die Osnabrücker drei Mal, darunter war sogar eine echte Pokalsensation: Am 18. Dezember 1976 warfen der VfL den haushohen Favoriten aus Dortmund, immerhin dekoriert mit Topstars wie Willi „Ente“ Lippens, Erwin Kostedde und Manfred Burgsmüller, mit einem  3:1 Sieg aus dem Wettbewerb.
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Kann der VfL Osnabrück heute wieder eine Sensation bejubeln? (Bild: Imago)
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Und auch wenn das VfL Trainergespann Karsten Baumann und Co-Trainer Rolf Meyer ihre Spieler vor dem Spiel des Jahres  nicht zu motivieren brauchen, haben sich die beiden im Vorfeld der Partie etwas Besonderes einfallen lassen. Denn beide spielten einst selbst in Dortmund und liefen beim gestrigen Training unter dem Gejohle ihrer Spieler in ihren alten BVB-Trikots auf. Das es am heutigen Abend auf dem Platz weniger lustig zugehen wird, weiß auch BVB-Trainer Jürgen Klopp, der heute wohl auf die drei Stammspieler Sven Bender und Jakub Blaszczykowski und Nelson Valdez verzichten muss. Vor der Abfahrt nach Osnabrück sagte Klopp: „In Osnabrück herrscht Kampfstimmung. Jeder, der ein anderes Trikot anhat, wird dort nicht so gerne gesehen.“
Dass die Fans de VfL nach vorne treiben können, bekam zuletzt der Hamburger SV im Pokal zu spüren, und so erkennt auch VfL-Trainer Baumann eine weitere Parallele zum heutigen Gegner. „Bei uns tobt nicht nur die Fankurve, sondern das ganze Stadion“, sagt Baumann, „Ich will nicht übertreiben, aber wir haben das Westfalenstadion im Kleinformat.“ Heute wartet wieder eine ausverkaufte Bremer Brücke auf die nächste Pokalsensation. Denn von Festtagen kann man einfach nie genug bekommen, auch nicht in Osnabrück.
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