In der Saison 1988/89 kam es zum Showdown zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern. Roland Wohlfarth machte mit drei Buden alles klar für die Münchner. Vor der Neuauflage des Spiels sprachen wir mit dem Ex-Torjäger.

Verdiente Pause: Roland Wohlfarth war einer der treffsichersten Stürmer der späten Achtziger Jahre (Bild: Imago)
Herr Wohlfarth, wo erwischen wir Sie gerade?
In meinem Heimatdorf Bocholt. Hier arbeite ich wieder in der Firma, in der ich früher Estrichleger gelernt habe, bin jetzt aber Bauleiter und hole die Aufträge rein.
Wieso haben Sie sich aus dem Bundesligarummel zurückgezogen?
Ich habe den Fußball für mich abgehakt. Bin deshalb auch heute nicht im Fernsehen unterwegs. Das wäre nichts für mich. Ich hätte mit meinem Namen auch sicher irgendwie Trainer werden können, vielleicht nicht in der Bundesliga, aber darunter bestimmt. Das ist aber wieder so ein Vagabundenleben und das möchte ich nicht mehr haben. Es hat mich einfach nicht gereizt.
Sie sind nach Gerd Müller und Karl-Heinz Rummenigge Bayerns erfolgreichster Stürmer. Trotzdem haben Sie nur zwei Länderspiel bestritten. Hat Ihnen als medienscheuer Antistar die Lobby beim DFB gefehlt?
Ganz klar. Ich hatte zwar mit Klinsmann, Völler und Riedle drei starke Konkurrenten. Doch ich war genauso gut wie die, nur standen die eben vor immer mir. Hätte ich damals mehr auf die Trommel gehauen und ab zu mal einen Spruch losgelassen, wäre das wahrscheinlich anders gewesen. Aber es war einfach nicht mein Ding, mich in die Mannschaft zu reden.
Viele hielten Sie aber auch immer für zu dick. Sie galten als Genussmensch. Was war bei Ihnen mehr ausgeprägt: Der Appetit oder der Torhunger?
Schon der Torhunger, sonst hätte ich das ja auch alles nicht gemacht.Ich habe für den Verein und den Fußball gelebt. Aber ich hatte eben auch immer, mehr als andere, mit meinem Gewicht zu kämpfen
In Ihrer Zeit beim VfL Bochum haben Sie versucht, diesen Kampf mit Appetitzüglern zu gewinnen und wurden so der erste Dopingfall der Bundesliga. Ein Titel auf den Sie verzichten können?
So schlimm war das alles gar nicht. Ich habe ja keine Prügel von der Öffentlichkeit oder der Presse bekommen. Die wussten ja alles, was los war. Das waren Appetitzügler, damit konnte ich nicht höher springen oder schneller laufen oder mehr Tore schießen.
Morgen treffen Köln und Bayern aufeinander. Am 30. Spieltag der Saison 1988/89 war diese Paarung das vor entscheidende Spiel um die Meisterschaft, Bayern siegte 3:1. Sie erzielten alle drei Tore. Welchen Stellenwert hat dieses Spiel für Sie?
Es war ganz klar eines der wichtigsten meiner ganzen Karriere. Nicht nur, weil wir damit die Meisterschaft entschieden haben, sondern auch weil Christoph Daum unseren Trainer Jupp Heynckes ein paar Tage vorher im Aktuellen Sportstudio öffentlich vorgeführt hatte. Ich habe Heynckes viel zu verdanke, weil er immer an mir festgehalten hat. Deshalb war ich vor diesem Spiel ganz besonders heiß, wusste nicht mehr, wo oben und unten ist. Und am Ende haben wir Daum gezeigt, dass Heynckes und Hoeneß recht hatten. Das war mir wichtig.
Das Feindbild Daum gibt es heute nicht mehr. Was erwarten Sie von dem Spiel?
Es gibt nicht mehr diese Rivalität wie früher. Das stimmt. Es wird kein brisantes Spiel, auch weil ich denke, dass die Bayern klar gewinnen. 3:1 , so wie damals.
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